Wir wollten nur einen Wagen bauen

Merzenhausen

und der Barmener Rosenmontagszug

 

Man nehme 30 karnevalsbegeisterte Merzenhausener, baut einen spektakulären Wagen und lasse diesen im Barmener Rosenmontagszug mitlaufen....

 

Ganz so einfach war es leider nicht. Die kurz vor Weihnachten gestellte Frage, ob Merzenhausen sich an diesem Unterfangen beteiligen wolle, brauchte bis zur Beantwortung 3 Wochen vor Karneval! Zu diesem Zeitpunkt fand dann die Gründungsversammlung der IG ROT WEIß MERZENHAUSEN statt, und man war nun auf dem scheinbar richtigen Weg.

An diesem Abend wurden noch letzte Unentschlossene mit dem Virus Karneval infiziert. Durch die rasante Ausbreitung des Virus waren potentielle 0815 Vorhaben wie Schornsteinfeger Fußgruppe und einen Wagen, den man mietet schnell vom Tisch. Was eigen Kreiertes sollte es sein. Und da ja noch über sage und schreibe 2,5 Wochen Zeit war, war das ja auch insbesondere aufgrund des Schweregrads der Infizierung absolut gar kein Problem. Inspiriert durch ein Whats App Video wurde kein anderes Gedankengut mehr zugelassen:

Diese an den Traktor angebaute, ohne Räder, freischwebende Bierkiste sollte es sein. Bereits drei Tage später ging es los mit dem Bau.

Der Merzbachhof war von nun an jede freie Minute die Anlaufstelle schlechthin. Hier wurden erstmal Gruppen festgelegt: Die Stahlbauabteilung, die Holzabteilung, Beschaffungsabteilung, Maler und Lackierer. Jeden Abend wurde von nun an geschraubt, gehämmert, geschweißt, geschnitten, geplant und natürlich auch das ein oder andere Bierchen leer gemacht. Der Pizzabote kannte mittlerweile selbständig den Weg in Steffens Halle. War die Lust auf Pizza gestillt, war es natürlich eine Selbstverständlichkeit, dass bei Temperaturen von 2-5 Grad die Grillsaison eröffnet wurde. Wenn man mal einen Abend nicht konnte, fühlte man sich regelrecht unwohl.

So nahm der Bau seinen Lauf und jeden Abend wurde die verrichtete Arbeit aufs Neue begutachtet und die verbleibende Zeit bis zur Fertigstellung ins Verhältnis gesetzt. Alles lief nach Plan, insbesondere, weil der neu ernannte Wagenbaumeister Friedhelm Jülich seine Freizeit als Pensionär und sein handwerkliches Geschick bereits tagsüber dazu nutzte, das Tagesziel schon mal vorzuarbeiten. Und wer zwischendurch glaubte, man könne das Ziel schon sehen, der wurde wieder mal von neuen, originellen Ideen, die erstmal umgesetzt werden mussten, eines Besseren belehrt. Aber alles wurde zeitnah umgesetzt und jeder hat mitgewirkt, den Wagen dazu zu machen, was er heute ist.

Auf der Zielgeraden war das einzige, was mehr oder weniger allen Sorge bereitete, der Wetterbericht, der von nun an täglich 18 bis 20-mal aufgerufen wurde. Die Frage, was man mit Wurfmaterial, Getränken und bestellten Würstchen im Falle eines Falles tun sollte, konnte keiner beantworten. Gute Laune musste her und wer bis dato noch nicht so richtig infiziert war, der wurde bei der Samstagnachmittag inszenierten Generalprobe durch Merzenhausen zum Extremkarnevalist. Der "Zug" war bis in die umliegenden Ortschaften zu hören.

Die Samstagabend Veranstaltung in Barmen unterstrich noch einmal mehr den Zusammenhalt der neuen IG und man war mittlerweile einstimmig der Meinung, der drohenden Zugabsage zu trotzen. Es kam wie es kommen musste, der Zug wurde abgesagt. "Und wenn es Steine regnet, WIR FAHREN!!!"   Mit einem Auszug aus Merzenhausen und einem Einzug in Barmen kam die rollende, ohrenbetäubende Partyhochburg  nach drei Stunden Fahrzeit an der Schützenhalle an und stieß auf viele erhobene Daumen und sich mitreißen lassenden Karnevalisten. Hier bot sich dann auch die Möglichkeit, das verbleibende Wurfmaterial und ebenso frisch gegrillte Würstchen loszuwerden.

 

Alles in allem bleibt zu sagen, dass es eine Superjeilezick war, die jedem der dabei war wahnsinnig viel Spaß gemacht hat und es war mit Sicherheit nicht der letzte Karnevalsumzug, dem die Merzenhausener IG beigewohnt hat.

 

Alaaf 

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